Weltmeisterschaft im Reich der Mitte

 

Noch vor Jahresschluss 2015 begann das Abenteuer Weltmeisterschaft für die deutschen Sportakrobaten. Am 15. Dezember 2015, nach dem Internationalen ZwingerAcroCup in Dresden, gab Bundestrainer Igor Blintsov die Nominierung für die Weltmeisterschaft 2016 im chinesischen Putian bekannt. Von diesem Tag an hieß es für zwölf Dresdner SportakrobatInnen noch mehr Disziplin im Training aufzubringen, mit voller Konzentration auf dieses große Ziel hin kämpfen, schwitzen und gemeinsam mit eisernem Willen Tag für Tag beim Training das Beste geben. Kleinere und größere Wettkämpfe in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft halfen dabei, die Wettkampfübungen immer weiter zu perfektionieren.

Am Samstag, 19. März 2016, ging es dann endlich los..."der Weg ist das Ziel"....auf nach China. Als erste unterwegs und Teil der deutschen Jugend-Nationalmannschaft (11-16 Jahre) war unser Trio mit Jasmin Meyer, Lena Jasef und Leonie Zado. Die Aufregung der drei war mindestens genauso groß wie das Starterfeld der Damentrios, in dem sie sich zu beweisen hatten. Gut 24 Stunden brauchten sie nach Putian, hatten dann zwei Tage Zeit sich zu akklimatisieren, zu trainieren und sich auf ihren Wettkampf einzustellen. Am 23. März galt es alles zu geben. Mit ihren zwei sauberen Übungen, Balance und Dynamic, belegten sie am Ende „ihrer" Jugend-WM einen guten 15. Platz im Feld von 25 Damen-Trios. Mit ihrer Leistung können die drei jungen Mädels und die Trainer zufrieden sein. Sie wissen jetzt auch, dass sie an ihrer Spritzigkeit und noch selbstbewussterem Auftreten arbeiten müssen, um international noch besser wahrgenommen zu werden. Mit Platz 15 hatten sie sich leider für das Finale nicht qualifizieren können, aber feuerten weitere vier deutsche Formationen in den Finals an.
Der Qualifikationstag der Jugend, der 23. März, war gleichzeitig der Abreisetag für die deutsche Junioren-Mannschaft. Das Dresdner Damen-Trio Sarah Arndt, Anika Liebelt und Johanna Schmalfuß, unsere vier DSC-Jungs Sebastian Grohmann, Erik Leppuhner, Florian Vitera und Tom Mädler sowie die Startgemeinschaft Jördis Leppuhner (DSC) mit ihrem Riesaer Partner Franz Krämer, unsere Chefin Petra Vitera und ein kleiner Fanblock machten sich nun auf die längste Wettkampfreise ihrer bisherigen Sportler-Trainer-Fan-Laufbahn. Auch sie hatten nach ihrer Ankunft in Putian zwei Tage Zeit für Eingewöhnung und Training...respektive Sightseeing für die Vor-Ort-Daumendrücker.
Ab Ostersonntag wurde es dann für unsere Junioren ernst, die ersten Qualifikationswettkämpfe standen auf dem Programm.

Im Feld von 27 Trios in der Altersklasse 12 bis 18 Jahren präsentierten sich unsere Mädels Sarah, Anika und Johanna ganz stark, obwohl Johanna in der letzten Zeit noch einmal gewachsen war und die Sicherheit in den Elementen mühsam neu erarbeitet werden musste. Sie belegten nach einer schicken Balanceübung mit sicheren Elementen und einer schönen Choreographie sowie ihrer ausdrucksstarken Tempoübung mit ihrem „Hingucker-Element" 6/4 Handstandsalto vom Knoten auf den Knoten am Ende einen guten 15. Platz. Die internationale Konkurrenz und Leistungsdichte in dieser Altersklasse war sehr hoch und so konnten sich unsere Mädels trotz persönlich sehr guter Leistung leider nicht für das Finale der besten Acht qualifizieren.

Jördis und Franz turnten eine schöne, souveräne Tempoübung mit einer flotten Choreografie. Die Balanceübung wollte den Beiden hingegen leider nicht so gut gelingen und sie mussten einige Abzüge sowohl in der Technik als auch in der Artistik in Kauf nehmen. Nach diesen beiden Übungen lagen sie auf Platz neun in der Nationenwertung und verpassten damit leider knapp das Finale der besten acht Mixpaare der Altersklasse 13 bis 19 Jahre.

Für unsere vier Dresdner Jungs Sebastian, Erik, Florian und Tom sollte dies ein Wettkampf werden, den sie nicht so schnell vergessen. Die Tempoübung am ersten Tag lief mit einem kleinen technischen Fehler beim Tsukahara noch nicht ganz nach Plan, die Balanceübung am nächsten Tag präsentierten unsere Jungs sicher und mit einer außergewöhnlichen Choreografie, welche die Kampfrichter (endlich mal...) mit einer tollen Artistiknote belohnten. Das bedeutete Platz drei in der Qualifikation. Spekulationen, Erwartungen und Hoffnungen für das Finale erhöhten den Druck auf die Vier enorm. WM-Bronze war zum ersten Mal zum Greifen nahe. In neuen Anzügen präsentierten sich Sebastian, Erik, Florian und Tom in bestechender Form. Eine ausdrucksstarke, mitreißende und saubere Übung knallten unsere Jungs da auf die Matte, die einzige kleine Schrecksekunde gab es beim letzten Salto, als beim Fangen ein Arm entwischte, aber Tom stand!
Die Minuten in der „Kiss-and-Cry-Area" glichen Stunden, dann die Erlösung! BRONZE für unsere vier Jungs. Die Erleichterung und die Freude im Team waren riesig. Freudentränen, Freudenschreie und ganz viele Umarmungen und Glückwünsche erreichten unsere Jungs vor Ort in China, aber auch von zu Hause! Die erste WM-Medaille für unsere Jungs, die erste WM-Medaille für die Dresdner Sportakrobaten. Ein großer Erfolg für das gesamte Team der Trainer und Sportler!

Diesen Wahnsinnsmoment konnten auch unsere „Senioren" mitfeiern, die pünktlich zu den Finals der Junioren in Putian angekommen waren.
Für Tim Sebastian und seinen Riesaer Partner Michail Kraft war diese WM gleich doppelt wichtig. Ihr Ziel war das Finale, aber vor allem die Qualifikation für die World Games 2017. Ihre Balanceübung, mit der sie 2015 in Riesa EM-Bronze gewannen, präsentierten die beiden gewohnt stark und sicherten sich einen aussichtsreichen Platz vier, in die Tempoübung am Abend schlichen sich dann leider drei größere Fehler ein, die sie auf Platz sieben in der Qualifikationen zurückwarfen. Nun galt es am darauffolgenden Tag alles zu geben um noch mindestens einen Platz gut zu machen, um ins Finale der Herren-Paar-Konkurrenz einziehen zu können. Dies gelang den beiden mit einer starken Kombinationsübung und damit war das erste Ziel erreicht. Am Abend im Finale wollten Tim und Michail noch einmal alles geben. Ein Fehler in der finalen Übung trübte die Stimmung enorm, wobei die beiden trotzdem so stolz auf ihre Platzierung sein können – sie sind das sechstbeste Herrenpaar der Welt! Am letzten WM-Tag wurde auch ihr Zittern in Hinsicht auf das Ticket zu den World Games 2017 beendet und die Hoffnung zur Gewissheit: die FIG verkündete die Qualifikanten und ihr sechster Platz im Mehrkampf sicherten Tim und seinem Riesaer Partner Michail den ersehnten Startplatz für den Sportakrobatik-Jahreshöhepunkt 2017 – World Games.

Herzlichen Glückwunsch an alle Sportler und Trainer!

Unsere Sportler schwärmten von einer perfekt ausgerichteten Weltmeisterschaft, bei der es ihnen an nichts fehlte. Sie fühlten sich rundum wohl und konnten sich dadurch optimal auf ihre Wettkämpfe konzentrieren! Bedanken möchten wir uns auch noch einmal bei den Trainern, die die Erfolge unserer SportakrobatInnen mit ihrem unermüdlichen Einsatz ermöglicht haben.
China war eine Reise wert...China, das Reich der Mitte....China, das Land des Lächeln, China, das Land der aufgehenden Sonne.....China, das Land, in dem es die erste WM-Medaille für Dresdner Sportakrobaten gab...weltmeisterliches BRONZE für die Jungs, die einst unsere „Lustigen Vier" genannt wurden...Sebastian Grohmann, Erik Leppuhner, Florian Vitera und Tom Mädler sind nun unsere „Phantastischen Vier"!!!

geschrieben von Katharina Bräunlich


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